1. Problem: Zeit
Der Klassiker. Und die Antwort, die ich am meisten auf die Frage
höre, warum jemand weniger Piano spielt, meine Tutorials nicht mehr
abonniert oder das Klavierspielen ganz sein lässt.
Einerseits völlig verständlich, andererseits möchte ich mal eine ketzerische Aussage treffen:
Du nimmst dir immer Zeit für das, was dir wichtig ist!
Ich erinnere mich noch gut daran, als ich meine damalige Freundin und
jetzige Frau kennengelernt habe. Auf einmal hatte ich jeden Tag Zeit
mich abends mit ihr zu treffen, obwohl mir davor auch nie langweilig
war! Da hat sich meine Prioritätenliste einfach schlagartig verändert ;)
Ich will damit nicht sagen, dass das Klavier die Prio einer Beziehung
einnehmen sollte, aber ich merke andererseits häufig, wie viel Zeit ich
persönlich regelmäßig im Internet oder am Handy „verschwende“ und mir
danach denke, dass ich in dieser Zeit auch etwas Sinnvolleres hätte tun
können.
Die gute Nachricht dabei: Du musst gar nicht stundenlang am Klavier sitzen, um weiterzukommen! Selbst wenn du täglich nur 10 Minuten an den Tasten
verbringst, wirst du von alleine besser werden. Denn wer regelmäßig
(wenn auch nur kurz) eine gewisse Tätigkeit ausübt, bekommt automatisch
Routine, Geläufigkeit, Ausdauer und neue Ideen. The Power of Repetition – mehr dazu in diesem Blogpost.
2. Problem: Konkreter Leitfaden
Du sitzt zwar gern am Klavier, hast aber den Eindruck, immer wieder
das Gleiche zu spielen und nicht wirklich voranzukommen? Kenn ich –
kennt vermutlich jeder. Aber wie kommst du aus diesem Hamsterrad heraus?
Du brauchst einen konkreten Leitfaden, was du üben sollst, wohin die musikalische Reise gehen soll und was deine Schwächen sind,
an denen du arbeiten solltest. Zumindest bei den ersten beiden Punkten
können dir die Tutorials hier auf der Seite eine gute Hilfe sein.
Neben den gern gesehenen „How to play Song xy“-Videos habe ich auch
jede Menge Tipps & Tricks für die unterschiedlichsten Themen für
dich, die du dann wiederum auf verschiedenste Songs anwenden kannst.
Somit kannst du konkret in ein bestimmtes Topic eintauchen und deine
Skills darin verbessern. Und dann höre genau hin: Wie klingt´s bei dir,
was klingt bei mir vielleicht noch anders und wie kannst du dem
nacheifern? Denn wie so oft machen genau die kleinen Details den letzten
Unterschied zwischen langweilig und groovy aus.
Selbst wenn du denkst, Thema xy kannst du bereits: Ich habe mir schon
häufig aus einem Tutorial oder einem Artikel eine wichtige Anregung
bzw. ein Aha-Erlebnis mitgenommen, das mich weitergebracht hat, selbst
wenn ich grundsätzlich vieles dazu schon wusste.
3. Problem: Wissen vs. Können
Ein weiterer wichtiger Punkt: Nur weil du weißt, wie man etwas spielt oder spielen soll, heißt das noch lange nicht, dass du es auch spielen kannst!
Ich bemerke regelmäßig, dass Klavierbegeisterte sich zwar theoretisch
gut auskennen, es aber an der praktischen Umsetzung hapert.
Daher ist mein Ansatzpunkt: Du musst nicht alles verstehen, was du spielst – wenn’s gut klingt, klingt’s gut!
Lieber mal was ausprobieren und erst im Nachhinein kapieren, was du
da machst, als alles komplett theoretisch durchdringen wollen, bevor du
es überhaupt spielen kannst. Mir sind da Kinder immer ein Vorbild: Die
machen einfach, ohne groß Gedanken daran zu verschwenden, ob das gerade
„richtig“ ist, was sie tun. Bauchgefühl statt Kopfzerbrechen – just do
it!
4. Problem: Konstruktive Korrektur
Ein weiteres Problem am Piano. Du spielst vielleicht schon seit Jahr
und Tag eine bestimmte Sache falsch, aber es hat dich noch nie jemand
darauf aufmerksam gemacht?! Ein perfektes Beispiel hierfür wäre das
Pedal.
Ich habe schon reihenweise Pianisten gehört, die durch falschen
Pedaleinsatz ihre ansonsten guten musikalischen Fähigkeiten am Klavier
geschmälert haben und frage mich dann immer wieder: Wie kann es sein,
dass jemand so gut Piano spielt, aber das doch eigentlich so
grundlegende Thema „Pedal“ nie richtig gelernt hat? (Dazu gibt’s
übrigens auch ein Video)
Doch dazu braucht es eben voranbringende und motivierende Korrektur.
Und wie oft höre ich auch die Story des im Teeniealter verhassten
Klavierlehrers, der vielleicht hätte korrigieren können, es aber auf
vernichtende und unmotivierte Art und Weise gemacht hat…
Für das persönliche Feedback ist ein Lehrer oder Freunde, die
musikalisch weiter sind, unerlässlich – das kann kein Tutorial bieten.
Aber wir haben schon Ideen, wie wir dir da trotzdem behilflich sein können. Dazu wird es bald News geben!
5. Problem: Geduld
Last but noch least: Sei geduldig mit dir selbst.
Wie sagt der Volksmund schon so schön: Es ist noch kein Meister vom
Himmel gefallen. Oder auch: Es bedarf 10.000 Stunden, um ein Gebiet
wirklich zu meistern.
Ich selbst war und bin oft ungeduldig mit mir. Frage mich, warum ich
dies und jenes noch nicht besser spielen kann und weshalb sich manches
noch nicht dahin entwickelt hat, wie ich es mir wünschen würde.
Aber da ist vermutlich das ausdauernde Dranbleiben das Geheimnis. Siehe
Punkt 1 – jeden Tag 10 Minuten am Klavier. Und auf einmal hast du’s in
den Fingern, selbst wenn du schon gar nicht mehr darüber nachgedacht
hast.
Was sind deine Hauptprobleme am Klavier? Ich freu mich über deine Rückmeldung!



